SDGs – Ziel 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

Auch wenn es in akuten Krisenzeiten in den Hintergrund gerät: Der Klimawandel ist das dringendste Thema unserer Zeit. Das haben Sie schon gehört und wissen auch, dass unmittelbarerHandlungsbedarf sowohl auf politischer als auch auf ökonomischer Ebene besteht. Während die (meisten) Regierungen die Sache noch nicht mit der notwendigen Konsequenz angehen, darf die Wirtschaft die Führung übernehmen. 

Was ist das Problem?

Warum ist das 13. Nachhaltigkeitsziel der Agenda 2030 so wichtig? Seit Beginn der Industrialisierung hat der CO2-Gehalt in der Atmosphäre um fast 150 Prozent zugenommen, die Durchschnittstemperatur ist um über 1°C gestiegen, und die Erderwärmung beschleunigt sich weiter. Die Auswirkungen der menschengemachten Klimaerwärmung sind fatal und weltweit deutlich spürbar. Extreme Wetterereignisse wie Hitzeperioden, Stürme und Starkregen nehmen zu und rauben Menschen vielerorts ihre Lebensgrundlage. Bedrohlich steigende Meeresspiegel, massive Waldbrände und Überschwemmungen sind nur einige Folgen des Klimawandels und führen zu Armut, Krankheit, Flucht und Hungertod. 

Die gute Nachricht ist: Wir haben uns die Klimakatastrophe eingebrockt, wir können sie also auch aufhalten (wenn auch nicht umkehren). Das entscheidende dabei: Wir fangen JETZT an. 

Was ist zu tun?

Um die globale Erwärmung (mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln) auf 1,75°C zu beschränken, wie es im Pariser Abkommen angedacht ist, dürfen weltweit nur noch 720 Milliarden Tonnen CO2 ausgestoßen werden. Aktuell setzen wir 40 Milliarden Tonnen pro Jahr frei, d.h. das Budget reicht – bereits mit dem aktuellen Verbrauch – keine 20 Jahre mehr. Da die Emissionen derzeit sogar noch steigen, müssen wir noch dringender handeln. 

Aktuell verbrauchen wir in Deutschland doppelt so viel vom CO2-Budget wie uns pro Kopf zustehen würde und daran hat die Industrie einen großen Anteil. Lösungsansätze, um CO2 wieder aus der Atmosphäre zu ziehen, wie Bioenergiepflanzen, werden als Alternative nicht ansatzweise ausreichen. Deshalb führt kein Weg daran vorbei, die Emissionen zu reduzieren.

Als wichtigstes Instrument gilt eine Bepreisung von CO2, die nur noch eine Frage der sinnvollen Höhe ist. Daneben müssen regenerative Energien zügig ausgebaut werden und die Nutzung fossiler Energien eingestellt werden. Solange die Politik nur zögerlich reagiert, ist Unternehmertum gefragt. Wir gehen davon aus, früher oder später in einer kohlenstofffreien Wirtschaft zu agieren. Deshalb macht es Sinn, ab sofort darauf hin zu arbeiten, um sich eine gute Marktposition zu sichern.

Fallbeispiel: Energiescouts bei der VP Group

Das europaweit agierende Familienunternehmen VP produziert Verpackungslösungen. Im Rahmen der erarbeiteten Klimaschutzstrategie wurde der CO2-Fußabdruck der gesamten Firma berechnet und einige Azubis wurden zu Energie-Scouts ausgebildet. Sie erfassen alle Beleuchtungsmittel im Unternehmen und deren Energieverbrauch. Im Anschluss erarbeiten sie energieeffizientere Lösungen durch Leuchtmittelaustausch und Präsenzmelder. Dadurch können in Zukunft 205 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Neben dem Klimaschutzeffekt spart das Unternehmen Kosten und die Nachwuchskräfte sind motiviert, weil sie mit einem sinnvollen Projekt Verantwortung tragen und aktiv zur Umsetzung der Klimaschutzstrategie beitragen. 

Anregungen für Ihr Unternehmen

  • Erfassen Sie Ihre Emissionen und reduzieren Sie diese so weit wie möglich. Erwerben Sie CO2-Zertifikate aus Klimaschutzprojekten, um die (noch) nicht vermeidbaren Emissionen auszugleichen.
  • Bilanzieren Sie externalisierte Kosten, also solche, die Sie aktuell nicht bezahlen, obwohl sie verursacht werden, z.B. weil Menschen und die Umwelt negativ von den Auswirkungen Ihres Handelns betroffen sind.Veranschlagen Sie den von der Wissenschaft empfohlenen Preis von 50€ pro Tonne CO2 und rechnen Sie diesen in Ihre Prozesse ein. Weisen Sie im nächsten Schritt den CO2-Preis Ihrer Produkte aus. Es gibt bereits heute Konsumenten, die darauf achten und das Bewusstsein wird größer werden.
  • Machen Sie sich unabhängig von fossilen Energieträgern und setzen Sie konsequent auf erneuerbare Energiequellen.
  • Reduzieren Sie Flugreisen und nutzen Sie für Dienstreisen bevorzugt die Bahn. Aktuell wird deutlich, dass für die wenigsten Geschäftstätigkeiten Face-to-Face-Kontakt unverzichtbar ist.
  • Bieten Sie in der Betriebskantine ein attraktives vegetarisches Angebot und reduzieren Sie tierische Lebensmittel. (Hübscher Nebeneffekt dabei ist eine bessere Gesundheit der Mitarbeitenden.)
  • Binden Sie die Mitarbeiter*innen in die Klimaschutzstrategie ein und erarbeiten Sie gemeinsam Maßnahmen. Gerade auch die Nachwuchskräfte und Auszubildende sind wunderbare Multiplikatoren mit Begeisterungsfähigkeit. 

Weitere konkrete Anregungen zur Umsetzung der SustainableDevelopment Goals in Ihrem Betrieb finden Sie in den anderen Artikeln dieser Reihe. In den kommenden Beiträgen geht es um die Nachhaltigkeitsziele zum Leben unter Wasser und an Land. 

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