Schlechtes Karma

Earth Overshoot Day. Ressourcen verbraucht.

POSTED IN Schlechtes Karma | TAGS : , , , 22. August 2012

Earth Overshoot Day 2012Heute ist ein Gedenktag. Nicht etwa einer von denen, die wir bei Facebook mit lustigen Posts feiern, wie etwa der Weltküsstag oder der Weltgrilltag. Der heutige Gedenktag ist die stetige Mahnung, das wir auf dieser Erde nur auf Pump leben. Der “Earth Overshoot Day” oder zu deutsch der Welterschöfpungstag ist der Tag, an dem sich die verbrauchten Ressourcen in einem Jahr nicht wieder generieren. Das Global Footprint Network misst den jährlichen weltweiten Verbrauch an Rohstoffen, Nahrung und Natur und vergleicht diesen mit der Regeneration auf der Erde.

Das Ergebnis: seit 1986 befindet sich die Welt nicht mehr im Gleichgewicht, d.h. es werden mehr Ressourcen verbraucht, als sich diese in einem Jahr regenerieren. Und. Seit den 80er Jahren rückt der Tag (eben der Earth Overshoot Day), an dem das Gleichgewicht umschlagt immer weiter nach vorne. 1995 fiel der Welterschöpfungstag auf den 21. November, 2012 ist es der 22. August. Dieser Wert ist wohlgemerkt der weltweite Durchschnitt. Viel drastischer sieht es aus, wenn man die Industrienationen isoliert betrachtet. Deutschland hat beispielsweise 2010 den Earth Overshoot Day bereits am 31. Mai zu feiern gehabt.

Viele Menschen versuchen, ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck zu verringern, das ist richtig und wichtig. Was wir jedoch benötigen ist die Bewertung der volkswirtschaftlichen Leistung nicht allein nach deren (quantitativen) Output sondern eben auch nach deren Ressourcenverbrauch. Zum längst überfälligen Glücks-Index, wie ihn beispielsweise Buthan hat sollte der ökologische Fußabdruck in Kombination dem dem bekannten Brutto Inlandsprodukt den Wert- und Handlungsmaßstab für Regierung und Unternehmen darstellen.

Viel zu tun. Besser wir fangen gleich an.

Und für jeden, der seinen individuellen ökologischen Fußabdruck messen möchte gibt es hier einen Online-Kalkulator.

Finanzmarkt. Von Morlocks und Eloi

POSTED IN Schlechtes Karma | TAGS : , , , 28. September 2011

Die Zeitmaschine - vor Morlocks und EloiLondon in der Silvesternacht 1899. Während draussen auf den Straßen das neue Jahrhundert verheißungsvoll anbricht, baut ein namenloser Wissenschaftler in seinem Labor eine Zeitmaschine. Er entflieht mit seinem Apparat der viktorianischen Enge seiner Zeit in eine vermeintlich bessere Zukunft. Was er im Jahr 800.000 (!) vorfindet ist eine Welt, die aus zwei unterschiedlichen Völkern besteht. Den Eloi, friedvollen aber gleichgültigen Wesen, die Harfe spielend an Flussufern weilen. Und den Morlocks, haarigen Monstern, die hin und wieder ein paar Eloi fangen und auffressen. Beide Völker akzeptieren ihre Welt. Die Eloi wehren sich nicht gegen das gefressen werden und den Morlocks schmecken die Eloi ganz gut. Unser Zeitreisender schafft es, den Willen zum Widerstands bei den Eloi zu sähen, damit sich diese von den Morlocks befreien.

Jeder von Euch kennt die Verfilmung des Romans von H.G. Wells aus dem Jahr 1960. Unfreiwillig komisch aber irgendwie beklemmend wird dort eine ferne Welt gezeigt, die sich genau heute abspielt. Eloi und Morlocks, fressen und gefressen werden sind allgegenwärtig. Ein Beispiel:

http://youtu.be/kpg76VjTa58

Der nette junge Mann in diesem Video erzählt uns, nicht ohne Stolz, dass er als Morlock gar nicht anders kann, als Eloi zu fressen. Er manifestiert den Führungsanspruch der Morlocks, vertreten durch Goldman Sachs, mit dem Naturgesetzt des freien Marktes. “Morlocks fressen Eloi. Das war schon immer so.” Die Eloi, in dieser Szene vertreten durch zwei sprachlose BBC-Moderatoren, nehmen ihr Schicksal hin, überlegen allenfalls, ob sich nicht zu Morlocks umschulen sollen. Aber. Schnapp. Da sind sie auch schon gefressen.

Was ist passiert, dass sich die Eloi unserer Zeit so in die Abhängigkeit der Morlocks begeben haben? Glaubt jeder Eloi, er könne selbst ein Morlock werden? Warum wehren sich die Eloi nicht? Akzeptieren wir das alles als Weltgleichgewicht? Das Naturgesetz, das den Markt regiert und stets das Richtige tut, gibt es nicht. Vielmehr bauen sich die Morlocks unserer Zeit die Gesetze selbst und die Eloi schauen im besten Fall zu oder helfen sogar dabei.

Morlock oder Eloi. Wir durchbrechen die vermeintlichen Grenzen nur, wenn wir sie nicht akzeptieren. Nicht die Unsichtbare Hand von Adam Smith ist die Grundlage des Wirtschaftens, sondern Ursache und Wirkung. Jede Markthandlung hat immer Auswirkungen. Und es sind diese Wirkungen, die bei der Schaffung von Marktregeln den Ausschlag geben müssen.

 

Börse und Moral. Laster und Zaster

POSTED IN Schlechtes Karma | TAGS : , , , 10. Januar 2011

Märkte kennen keine Moral, so die bisherige Grundlage auf der Aktienhändler und Börsenspekulanten ihre Portfolios mit allerhand fragwürdigen Titeln gefüllt haben. Die Financial Times Deutschland hat dazu jetzt einen Artikel veröffentlicht, der das Thema Moral und Markt beleuchtet.

FTD vom 09.01.2010 – Tugend, Zaster, Laster

Demnach versprächen gerade die “unmoralischen” Anlagen hohe Renditen. Was die FTD dann so “sündig” nennt führt den Artikel und mit ihm den Leser in die völlig falsche Richtung. Verwerflich ist da die Anlage in Alkohol wie die Carlsberg Brauerei oder in nackte Haut bei Beate Uhse. Mit einem Augenzwinkern spricht die FTD von den kleinen Sünden den Menschen, über die sich die Moralisten mal nicht so echauffieren sollen.

Was die FTD (wohl aus gutem Grund) völlig weglässt sind die menschenverachtenden Spekulationen mit lebensnotwendigen Nahrungsmitteln oder Saatgut. Jeden Tag fordert die Gier der Anleger die Leben der Menschen, die sich die Lebensmittel bzw. das Saatgut nicht leisten können. Da werden Profite mit dem Unglück von Menschen gemacht, die keine Chance haben.

Das, liebe FTD ist wirklich böse!!

 

Gutfried. Mein Schwein fliegt

POSTED IN Schlechtes Karma | TAGS : , , , 9. Dezember 2010

Eigentlich wundert es nicht. Gutfried Puten-Cervelatwurst enthält nicht nur Puten- sondern auch Schweinefleisch. Man erwartet von einem industriellen Lebensmittelproduzenten ja schließlich, dass er kosten-, geschmacks- und gewichtsoptimierte Produkte in die Supermarktregale stellt, die wir dann alle brav essen.

Es wundert auch nicht, dass sich Webportale wie foodwatch (zu Recht) trotzdem darüber aufregen, dass Gutfried hier vermeintlich Etikettenschwindel betreibt und die Verbraucher an der Nase herumführt – was bei abgepackten Lebensmitteln allerdings nicht so einfach ist. Hier sei angemerkt, dass per Definition “Cervelatwurst” nach dem Schweizer Ur-Rezept immer Schweinefleisch enthält – das wird uns vom Hersteller sicher auch bald mitgeteilt werden.

Pute

Grundlage für Puten-Cervelatwurst / fotolia.de

Völlig dämlich allerdings ist, das Eigentor, dass sich der Versmolder Lebensmittelproduzent geschossen hat. Neben der Blamage, so offensichtlich beim Schummeln erwischt worden zu sein ist der Imageschaden beträchtlich. Das mit Johannes B. Kerner so nachhaltig aufgemöbelte Image der leichten, grünen und bekömmlichen Geflügelwurst ist futsch. Ein Millionen-Etat für die Katz. Ganz offensichtlich hat hier der Controller den Abgleich der Produktions- und Werbekosten nicht im Griff.

Unehrlichkeit und Unaufrichtigkeit bringt schlechtes Marken-Karma und sind schlecht für’s Geschäft.

Hier der Artikel von abgespeist.de
Hier ein Link zu Gutfried Putencervelat

Charlotte Roche macht’s mit Christian Wulff!

POSTED IN Schlechtes Karma | TAGS : , , , 15. November 2010

Als hätte der Mann nicht schon Probleme genug. Christian Wulff, unser Bundespräsident, erhält ein unmoralisches Angebot von Charlotte Roche, wenn er das Gesetzt zur Laufzeitverlängerung der AKWs in Deutschland nicht unterschreibt. Über die medialen Hintergründe der Provokation von Charlotte Roche wird jetzt natürlich viel diskutiert:”Bringt die wieder ein neues Buch raus?”, “Schau doch mal in den Spiegel!”, “Herrlich”. Zumindest ragt so ein Mem schon mal deutlich raus. Und mal ehrlich, frech und lustig ist es obendrein.

Feuchtgebiet Gorleben

Feuchtgebiet: Gorleben

Warum ist aber ausgerechnet unser Bundespräsident Ziel einer solchen Provokation? Hätte das jemand mit von Weizäcker, Herzog oder Köhler gewagt? Wäre das dann überhaupt frech und lustig gewesen? Nein. Vielmehr ist Christian Wulff  - nicht nur für  Kabarettisten – häufig Ziel respektloser Witzchen. “Mit dem Wulff kann man’s halt machen!” Und das hat einen Grund:

Anders als bei seinen Vorgängern ist Christian Wulff als Marke installiert, ohne echten Markenkern. Das muss nicht zwangsläufig ein politische Programm sein. Christian Wulff ist mit Sicherheit ein interessanter, intelligenter Mensch, der als Ministerpräsident in Niedersachsen eine ganz gute Figur abgegeben hat. Und vermutlich hat er sogar eine politische Idee. Warum aber sehen wir nichts davon? Mit seinen Äußerungen zur unsäglichen Integrationsdebatte hat er ja gezeigt, dass er einen Standpunkt hat, der sich von Tages- und Parteipolitik löst und für alle Deutsche relevant ist.

So lange es sich aber bei Christian Wulff um eine Marke handelt und nicht um einen Bundespräsidenten mit Profil und einem echten Kern, wird man’s mit ihm machen können – frech und lustig.

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