Fundstücke

Gutfried. Mein Schwein fliegt

POSTED IN Schlechtes Karma | TAGS : , , , 9. Dezember 2010

Eigentlich wundert es nicht. Gutfried Puten-Cervelatwurst enthält nicht nur Puten- sondern auch Schweinefleisch. Man erwartet von einem industriellen Lebensmittelproduzenten ja schließlich, dass er kosten-, geschmacks- und gewichtsoptimierte Produkte in die Supermarktregale stellt, die wir dann alle brav essen.

Es wundert auch nicht, dass sich Webportale wie foodwatch (zu Recht) trotzdem darüber aufregen, dass Gutfried hier vermeintlich Etikettenschwindel betreibt und die Verbraucher an der Nase herumführt – was bei abgepackten Lebensmitteln allerdings nicht so einfach ist. Hier sei angemerkt, dass per Definition “Cervelatwurst” nach dem Schweizer Ur-Rezept immer Schweinefleisch enthält – das wird uns vom Hersteller sicher auch bald mitgeteilt werden.

Pute

Grundlage für Puten-Cervelatwurst / fotolia.de

Völlig dämlich allerdings ist, das Eigentor, dass sich der Versmolder Lebensmittelproduzent geschossen hat. Neben der Blamage, so offensichtlich beim Schummeln erwischt worden zu sein ist der Imageschaden beträchtlich. Das mit Johannes B. Kerner so nachhaltig aufgemöbelte Image der leichten, grünen und bekömmlichen Geflügelwurst ist futsch. Ein Millionen-Etat für die Katz. Ganz offensichtlich hat hier der Controller den Abgleich der Produktions- und Werbekosten nicht im Griff.

Unehrlichkeit und Unaufrichtigkeit bringt schlechtes Marken-Karma und sind schlecht für’s Geschäft.

Hier der Artikel von abgespeist.de
Hier ein Link zu Gutfried Putencervelat

Sixt springt auf den Castor-Zug auf

POSTED IN Schlechtes Karma | TAGS : , , , 9. November 2010

Das ist der Werbe-Aufreger der Woche: Jung von Matt lässt für Sixt Demonstranten mit Werbeplakaten und Flugblättern auf der Anit-Castor-Demo antreten und spaltet damit die Werbelandschaft. “Frech”, “gewagt” und “intelligent” twittern die Befürworter der Guerilla-Kampagne, “peinlich”, “obszön” und “voll daneben” wettern die Gegner. Zu diesem PR-Stunt kann sich wirklich jeder eine Meinung bilden. Schauen wir mal:

Sixt Kampagne von der Leyen

Frechheit siegt.

Irgendwie scheint die Nummer Teil der Kampagnen-Strategie “Wir gehen mit schnellen Werbe-Aktionen auf das aktuelle Zeitgeschehen ein – schnell, nah dran, intelligent und frech”. Wir erinnern uns an das Motiv in dem Angela Merkel mit windzerzaustem Haar die Cabrio-Saison eröffnet oder (mein Favorit) Ursula von der Leyen, die kurzzeitig als Bundespräsidentin gehandelt wurde. Frechheit siegt! Gehen wir zudem mal davon aus, dass  sich Jung von Matt den öffentlichen Diskurs mit in die Media-Coverage-Rechnung (so mit Tagesschau und allem Zipp und Zapp) genommen hat, könnte die Kampagne ja eigentlich wirklich gut funktioniert.

Tut sie aber nicht. Schnell ist sie zwar, nah dran auch und mit ein bisschen Wohlwollen ist die Idee auch intelligent. Das mit der Frechheit geht aber völlig daneben. Was als Satire intendiert ist, mutiert zur Häme –  Zynismus ersetzt das Zwinkern im Auge. Statt Scherze auf Kosten der Obrigkeit, macht sich die Kampagne über die Leute lustig. Das ist arrogant und überheblich und wird (bei aller medialen Reichweite) nicht dazu führen, dass die Marke Sixt mit den gewünschten Werten aufgeladen wird – ganz im Gegenteil.

Schade eigentlich.

Pharmalobby

POSTED IN Schlechtes Karma | TAGS : , , , , 17. Mai 2010

Ohne Worte

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Toom. Wo ist der Markenkern?

POSTED IN Schlechtes Karma | TAGS : , , , , , 25. März 2010

Wirklich keinen Gefallen hat uns und sich die Baumarkt Kette Toom mit der neuen Kampage gemacht. Toom findet dort “Ohne Scheiß”, dass ein Loch ein Loch sei und kein Projekt – und greift damit Hornbach frontal an. Die direkten Reaktionen der Werbebranche bleiben da nicht aus. Die nachhaltig negativen Reaktionen der Kunden, die sich durch das Hin und Her von Toom und die aggressive Kampagne in diesem Baumarkt nicht mehr wohl fühlen wird dabei wesentlich problematischer.

Toom Kampagne

Toom greift in der aktuellen Kampagne Hornbach an

Was ist passiert? Toom hatte sich in der Vergangenheit mit einem auf Farben und Dekoartikel spezialisierten Sortiment die Baumarkt-untypische Nische der weiblichen Kunden gesucht. Nur leider blieben die Kundinnen und somit der Erfolg der Nischenstrategie aus. Grund genug offensichtlich für das Toom Marketing eine kommunikative 180-Grad-Wendung zu machen und jetzt im Aggro-Style den Wettbewerb runter zu machen.

Neben der nicht gerade sensationellen kreativen Umsetzung lässt die Kampagne sehr tief in die gähnende Leere blicken, wo Toom eigentlich einen Markenkern haben sollte. Statt die Marke  wie ein rohes Ei zu behandeln offenbart die Kampagne Zerrissenheit und nur scheinbar eine Positionierung. Zudem haben Aggressivität und direkte Konkurrenz in der Werbung noch nie gut funktioniert (wer ein positives Beispiel kennt, möge es bitte in den Kommentaren posten).

Gutes Karma durch seine Kunden erhält, wer glaubwürdig ist, wer authentisch aus dem Herzen des Unternehmens denkt, spricht und handelt. Gutes Karma durch seine Kunden und Wettbewerber erhält, wer auf Gewalt verzichtet.

Wunderbar. Der ehrbare Kaufmann

POSTED IN Gutes Karma | TAGS : , , , , , , , 8. Februar 2010

Es ist schon wunderbar, wenn man sich mit etwas Lebenserfahrung nicht mehr gegen alles stemmen und als völlig altmodisch abstempeln muss, was älter ist als 1 Jahr. Umso wunderbarer ist, auf was ich hier gestoßen bin. Das Institut für Management an der Humboldt Universität in Berlin betreibt das Informationsportal “Der ehrbare Kaufmann”. Klingt doch herrlich altmodisch, oder?

Der ehrbare Kaufmann

Und dennoch ist der ehrbare Kaufmann oder in Englisch “the honorable merchant” (das klingt fast noch schöner) das, was wir, was die Welt so dringend braucht: Unternehmer mit Ehre und mit Verantwortung für ihr Unternehmen, ihre Mitarbeiter, die Gesellschaft und die Umwelt. Das Institut gibt Leitbilder, zeigt Beispiele (fast schon ein Ehrbarkeit-Audit), gibt Literatur- und Link-Tipps und ist social-web-mäßig gar nicht antiquiert auf allen Kanälen zu abonnieren.

Auf jeden Fall gutes Karma für das Institut für Management an der Humboldt Universität.

Der ehrbare Kaufmann

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