Einen sensationellen Tarif-Dschungel habe ich eben bei Sixt entdeckt. Animiert durch die Aufforderung “Sei nicht dumm, zieh am Sonntag um”, die in großen schwarz-orangen Lettern auf der Website prangt, wollte ich mal nachschauen, ob ich auch zu den schlauen Mietwagen-Mietern zähle und am Sonntag einen Schnäppchen-Umzug mache. Nach einer Stunde klicken, Datum checken, anderen Tarif wählen, noch mal wählen komme ich mir jetzt ziemlich dumm vor, weil ich wirklich nicht schnalle, wie das mit den Sixt-Tarifen funktioniert.
Vielleicht ist ja ein anderer schlauer – deshalb hier meine kleine Aufgabe zur Durchquerung des Sixt-Tarif-Dschungels.
Benötigt wird ein Transporter (VW Transporter oder kleiner Mercedes Sprinter) für einen Tag von Düsseldorf (Annahme) nach Freiburg (Abgabe) am oder um den 15. Februar.
Link zur Sixt-Standardangebot
Link zum Sixt-Sonderangebot
Link zum Sixt-Angebot beim ADAC
Wer das beste Angebot findet, darf beim Umzug helfen – es gibt lecker Alt und Tannenzäpfle. Dafür gibt es gutes Karma – Welches Karma Sixt hat wird es sich noch zeigen.
P.S. das teuerste Sixt-Angebot war das im Mitglieder-Bereich beim ADAC (!)
Man höre und staune. Nachdem Lidl in den letzten Jahren aus den miesen Schlagzeilen kaum noch raus kam, bringt der Discounter aus Neckarsulm neuerdings einen Karma-Kracher nach dem anderen.
Da war zunächst die groß angelegte Image-Rettungs-Aktion als Reaktion auf den Bespitzelungsskandal mit einer in der Tat bemerkenswert ehrlichen Krisenkommunikation. Dann die zuckersüße Kamapgne “Lidl lohnt sich”, in die man sich für 99 Cent so richtig verlieben kann.
Und jetzt das Neuste: Lidl verkauft nur noch regional produzierte, gentechnikfreie Milchprodukte. Toll. Man bekommt fast den Eindruck, dass Lidl etwas verstanden hat, von Karma Marketing. Gut für die Kunden, gut für’s Image, gut für’s Karma.
Würden sich da nicht einige Fragen einschleichen. Wird Lidl denn den Milchbauern für die gentechnikfreien Milchrpdukte auch einen fairen Preis bezahlen? Wird die Vermarktung über die Eigenmarke nicht nur dazu verwendet, die starke Marktposition gegenüber den Erzeugern noch weiter auszubauen, um die Preise noch weiter zu drücken? Ist die ganze Aktion ein großer Schmuh?
Zunächst also schlechtes Karma für Lidl.
Links:
Greenpeace Artikel zur Meldung
Der süße Lidl Spot
Milchbauern protestieren gegen Lidl
Okay. Diejenigen unter Euch, die zu den “Ich-wusste-das-schon-vorher-Leuten” gehören, haben das offensichtlich schon vorher gewusst. Alle anderen sind entsprechend enttäuscht. Barack Obama outet sich in Sachen Klima als keinen Deut besser als sein Amtsvorgänger – das enttäuscht umso mehr. Angela Merkel zieht sich aus Kopenhagen und ihr 20%-Angebot vom grünen Tisch zurück. Verlierer sind wir alle. Greenpeace veröffentlichte dazu eine Plakatkampagne am Flughafen in Kopenhagen.
Ganz offensichtlich sind die Regierungen der Industrie- und Schwellenländer weder in der Lage, sich gegen die Interessen der Dinosaurier-Industrien durchzusetzen, noch schaffen sie es, schnelle, wendige und vor allem klimafreundliche neue Industrien zu fördern. Kennt man doch irgendwoher? Das Dumme ist nur, dass die Dinos das als letzte zu spüren bekommen.
Wandel von unten ist die Devise. Und das ist gar nicht so schwer. Tipps gibt’s bei Utopia und demnächst auch hier bei mir im Karma Marketing Blog.
Ganz Schlechtes Karma für Obama
Klingt doch eigentlich ganz gut. Die Banken zahlen die Staatshilfen eilig zurück, allen voran die Citigroup. Dennoch ruft Barack Obama die Top-Banker ins Weiße Haus, um Ihnen die Leviten zu lesen. Und das mit gutem Grund. Obama verlangt von den US-Banken ein wesentlich größeres Engagement beim “Wiederaufbau” der amerikanischen Wirtschaft. Statt nun, wie gefordert, den Scherbenhaufen aufzuräumen, genehmigen sich die “Herren des Universums” schon wieder satte Boni, die ohne staatlichen Einfluß wieder munter sprudeln.
Das Geld, das jetzt schon wieder mit Zertifikaten und sonstigen Derivaten verdient wird, rechtfertigt scheinbar jeglichen Verlust von Anstand in der Finanzwelt. Dass die Kunden scharenweise davonlaufen und ihr Geld lieber im Strumpf aufbewahren, scheint niemanden wirklich zu stören. Und sollte es ganz schlimm kommen sind ein paar Millionen für die mediale Charme-Offensive allemal drin. Ganz schlechtes Karma für US-Banken.
Mehr dazu gibt es beim Spiegel