SDGs – Ziel 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ist ein Aktionsplan für die ganze Welt mit dem Ziel Wohlstand, Frieden, Gesundheit und Freiheit für alle Menschen zu schaffen. In 17 „Sustainable Development Goals“ (SDGs) formuliert die Agenda ehrgeizige Ziele für sozialeres Leben, ökonomische Weiterentwicklung und ökologisches Handeln. Mit dem sechsten Nachhaltigkeitsziel wollen die Vereinten Nationen die Verfügbarkeit von Wasser und die Sanitärversorgung für alle Menschen gewährleisten.

Worum geht es?

Wasser ist die Grundvoraussetzung alles Lebens und das wichtigste Lebensmittel. Das vergessen wir manchmal, sind wir doch in der privilegierten Lage, dass Wasser in unseren Häusern aus der Leitung fließt, und das sogar in Trinkwasserqualität.

Während wir sogar unsere Toiletten mit Trinkwasser spülen, haben etwa 10 Prozent der Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 32 Prozent der Weltbevölkerung keine angemessene sanitäre Basisversorgung. Vor allem Mütter, Kinder und ältere Menschen sterben wegen eingeschränktem Trinkwasserzugang und ungenügenden Sanitäranlagen. Durch fehlende Toiletten und mangelhafte Entsorgungssysteme verbreiten sich tödliche Krankheiten.

Was ist zu tun?

Um das Ziel einer ausreichenden Wasser- und Sanitärversorgung für alle Menschen zu erreichen, muss die entsprechende Wasserinfrastruktur sichergestellt werden. Dazu gehören Brunnen, Leitungen und Trinkwassergewinnungsanlagen, auch in entlegenen Orten. Es werden Toiletten mit Möglichkeiten zum Händewaschen und zuverlässige Entsorgungskreisläufe benötigt. Für ein gesundes Leben müssen wir die Wasserqualität verbessern und gifthaltiges Wasser vermeiden. Die Wiederaufbereitung von Wasser ist eine Herausforderung für viele Länder, und sollte mit technischem Know-How unterstützt werden. 

Auf nationaler Ebene ist das Problem (noch) nicht die Wasserknappheit. Unsere Aufgabe in Deutschland ist es, die Qualität des Grundwassers zu halten bzw. zu verbessern. Es enthält zahlreiche Schadstoffe, besonders aus Industriebetrieben. Immer mehr Stoffe, wie Mikroplastik und Medikamente können nicht mehr ausgefiltert werden. Auch in der Landwirtschaft muss – schon aus Eigeninteresse – nachhaltiger mit Wasser gewirtschaftet werden. 

Fallbeispiel: Soziales Toilettenpapier 

Das Sozialunternehmen Goldeimer GmbH hat die Vision, dass jeder Mensch Zugang zu Toiletten mit ausreichender Hygiene, Sicherheit und Privatsphäre hat. Ohne Toiletten und eine adäquate Versorgung der Fäkalien verbreiten sich Krankheiten, Trinkwasser wird verunreinigt und Menschen wird der Zugang zu Bildung, Arbeit und Gesellschaft erschwert. Deshalb hat Goldeimer Komposttoiletten entwickelt, um eine Sanitärversorgung dort zu gewährleisten, wo sie nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist. Zusätzlich verkauft das Unternehmen Recycling-Toilettenpapier, um mit den Erlösen Projekte von Viva con Agua und der Welthungerhilfe zu unterstützen.

Anregungen für Ihr Unternehmen

Relevante erste Schritte, die Sie im Sinne der Wasserressourcen gehen sollten, ergeben sich aus den beiden Handlungsfeldern „Wasser sparen“ und „Wasserqualität erhalten“:

  • Erfassen Sie den direkten und indirekten Wasserverbrauch Ihres Unternehmens und entdecken und realisieren Sie Einsparungspotenziale.
  • Berechnen Sie den Wasserverbrauch für jedes Produkt, das Sie herstellen (oder vertreiben), das sogenannte virtuelle Wasser – und stellen Sie die Einsparungen, die Sie in Ihren Wertschöpfungsprozessen erreichen konnten, in der Kommunikation dar. 
  • Als landwirtschaftlicher Betrieb sollten Sie sich Ihrer Verantwortung für die Belastung des Grundwassers bewusst sein und auf Überdüngung verzichten – auch im Sinne Ihrer eigenen zukünftigen Erträge. 
  • Auch als Unternehmen mit geringem Wasserverbrauch können Sie den regionalen Wasserhaushalt positiv beeinflussen. Begrünen Sie die Dächer Ihrer Gebäude, entsiegeln Sie Flächen oder unterstützen Sie Aufforstung. 
  • Der zusätzliche Vorteil Ihres Engagements für das SDG 6 liegt im möglichen Wettbewerbsvorteil: Bisher haben wenige Unternehmen dieses Thema im Fokus, es wird aber auch in Deutschland in Zukunft an Relevanz gewinnen. Engagieren Sie sich im nachhaltigen Wasserressourcenmanagement und nutzen Sie den entstehenden Kompetenz- und Imagevorsprung.

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