SDGs – Ziel 1: Armut in jeder Form und überall beenden

Mit der Agenda 2030 haben die Vereinten Nationen 17 globale Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) verabschiedet. Die Intention der 17 miteinander verflochtenen Ziele ist es, weltweit menschenwürdiges Leben zu schaffen. Dies umfasst ökonomische, ökologische und soziale Entwicklungsbereiche. Die Bekämpfung der Armut wird als einer der wichtigsten Aspekte für eine soziale und nachhaltige globale Entwicklung gesehen und hat deshalb eine zentrale Rolle in der Agenda 2030. 

Und was haben wir damit zu tun?

Das Thema Armut geht uns alle an. In Deutschland gelten bereits 15,7 Prozent der Bevölkerung als arm, mit steigender Tendenz. Während in Europa die sozialen Unterschiede größer werden und vielschichtige Armutsrisiken bestehen, sind die Lebensbedingungen in den Entwicklungsländern für viele Menschen noch weitaus dramatischer. Mehr als 700 Millionen Menschen leben in extremer Armut. Bei erweiterter Betrachtung sind es sogar doppelt so viele, die keinen ausreichenden Lebensstandard und ungenügenden Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung haben. Die Auswirkungen der Armut sind durch die globalen Verflechtungen für uns alle spürbar. 

Besondere Verantwortung der Unternehmen bei der Armutsbekämpfung

Die Ursachen von Armut sind vielschichtig, und Auslöser, Symptome und Folgen der Armut bedingen sich wechselseitig. Schwierige Lebensbedingen entstehen beispielsweise durch infrastrukturelle Nachteile, bewaffnete Konflikte oder mangelnde Bildung und Gesundheit. Die Folgen des Klimawandels verschärfen die Probleme in immer mehr Gegenden der Welt. Eine weitere Hauptursache von Armut ist die ungleiche Verteilung der Gewinne entlang der Wertschöpfungskette. Obwohl viele Schwellenländer bereits an industriellen Prozessen beteiligt sind, bleiben dort nur geringe Anteile des Geldes. Um an den Ursachen von Armut anzusetzen helfen also nicht nur Spenden, sondern auch eine internationale Zusammenarbeit, durch die die Globalisierung nicht nur für die westlichen Länder zum Gewinn wird. Besonders Unternehmen haben also bei der Bekämpfung der Armut vielversprechende Möglichkeiten die ökonomische, ökologische und soziale Entwicklung der Welt mitzugestalten. 

„Es ist unmöglich, Armut ohne die aktive Beteiligung von Wirtschaftsunternehmen zu bekämpfen.“

Kofi Annan († 2018), UN-Generalsekretär (1997-2006) und Friedensnobelpreisträger

Vorteile Ihres Engagements

Mit unternehmerischen Entscheidungen zugunsten der nachhaltigen Armutsbekämpfung können Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und sich als global denkende und sozial handelnde Marke positionieren. Egal ob als Global Player oder als mittelständisches oder kleines Unternehmen – durch fairen Handel und verantwortungsvolle Investitionsentscheidungen nehmen Sie Einfluss auf die soziale Entwicklung der Welt. Durch Kooperationen in Entwicklungs- und Schwellenländern, als Chancengeber für Benachteiligte, und mit fairer Entlohnung in allen Wertschöpfungsstufen können Unternehmen Armut verringern und gleichzeitig den eigenen wirtschaftlichen Erfolg nachhaltig sichern. 

Fallbeispiel: Mentoring in Marokko 

Hewlett Packard (HP) ist weltweiter Anbieter von IT Hardware und Service Lösungen. In nahezu allen Ländern vertreibt HP seine Produkte und bietet ergänzende Beratungsleistungen an. Auch in den Entwicklungsländern werden also Mitarbeiter benötigt, die komplexe Managementaufgaben lösen und kompetent beraten können. In einem Volunteering -Programm bietet HP seinen Mitarbeitern die Möglichkeit, als Mentoren junge Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern auszubilden. In Marokko beispielsweise werden 14- 16-jährige Schulabbrecher in Unternehmensführung unterrichtet. Ohne Abschluss hätten die jungen Menschen kaum Perspektiven für den Start in ein erfolgreiches Berufsleben. Mit dem vermittelten Wissen in Finanzen, Buchhaltung, Marketing, Operations und Personalwesen erhalten die Jugendlichen die Qualifikation, sich ein eigenes Geschäft aufzubauen.  

Mit dem Volunteering-Programm verfolgt HP mehrere Ziele: Zuallererst geht es darum, vermeintlich chancenlosen Menschen in Entwicklungsländern eine Perspektive zu geben. Dadurch wird Arbeitslosigkeit und Armut verringert und die Wirtschaft gestärkt. Gleichzeitig erweitert HP seinen Absatzmarkt, da die Kleinbetriebe potenzielle Kunden für Hard- und Software sind. Außerdem können Talente für den Einstieg bei HP entdeckt werden. Nebenbei wird die Mitarbeiterbindung durch das Volunteering-Programm verstärkt und die Ergebnisse der Initiative können in der Unternehmenskommunikation genutzt werden.

Möglichkeiten für Ihr Unternehmen

Welche Implikationen ergeben sich aus den Problemen der Armut konkret für Ihr Business? Prüfen Sie, inwiefern das Ziel der Armutsbekämpfung direkt oder indirekt für Ihr Unternehmen wichtig ist: 

  • Haben Sie einen Überblick über Ihre Lieferketten? Überprüfen und optimieren Sie die gesamte Wertschöpfungskette unter ethischen Aspekten.
  • Wissen Sie, aus welchen Ländern die Produkte kommen, die Sie einkaufen? Achten Sie darauf, Rohstoffe möglichst ressourcenschonend zu gewinnen und dabei die Sozialstandards einzuhalten, die Sie sich im Idealfall selbst auferlegt haben.
  • Werden alle Mitarbeiter entlang der Wertschöpfungskette fair behandelt? Es ist selbstverständlich, dass bei Ihnen unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und ohne Kinderarbeit produziert wird. Bieten Sie besonders armutsgefährdeten Personen – wie Alleinerziehenden, Arbeitslosen, Langzeitkranken, Migrant*innen – gute Chancen der (Wieder)eingliederung.
  • Bietet der Massenmarkt der einkommensschwachen Menschen für Ihr Unternehmen Absatzchancen? Indem Sie Menschen, die derzeit in Armut leben, der Zugang zu bestimmten Waren oder Dienstleistungen erleichtern, kann sich deren Lebenssituation verbessern und gleichzeitig neues Marktpotenzial ergeben.

Wenn Sie Vorreiter bei der Armutsbekämpfung in Ihrer Branche werden wollen, kontaktieren Sie uns gerne. Wir begleiten Sie auf Ihrem individuellen Weg der nachhaltigen Entwicklung.  

Im nächsten Blogbeitrag stellen wir Ihnen das zweite Nachhaltigkeitsziel „Ernährung sichern“ vor. Folgen Sie karmacom auf Instagram, Twitter oder Facebook, um keines der 17 SDG zu verpassen.

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