À votre santé. McDonald’s setzt auf Bio.

POSTED IN Gutes Karma | TAGS : , , , , 20. Januar 2011

Das nenne ich mal eine Headline: “McDonald’s verabschiedet sich vom Hamburger!” Bitte was? Und tatsächlich. Im Pariser Banken- und Büroviertel La Défense kredenzt die (Ex-)Burgerkette ab sofort seinen Gästen nur noch Frisches von der Salatbar. Der Bio-Imbiss ist eingebunden in das McCafé-Konzept und gilt als Testmarkt für die zukünftige Ausrichtung des Konzern. Mit Frankreich hat sich McDonald’s den wichtigsten Markt außerhalb der USA ausgesucht. Der sprichwörtliche Hang zur guten Küche in Frankreich ist dabei eher nebensächlich.

Was steckt also drin in der Bio-Tüte? Wieder nur altes Plastik-Futter (nur eben grün angemalt) oder vielleicht doch die tiefere Einsicht, dass man mit Gen-Food und geschmacksverstärkten Kalorienmonstern bald nur die “abnehmende” Zielgruppe derer finden wird, denen gesunde Ernährung wirklich völlig egal ist.

McDonalds Logo

Nur Greenwashing oder grünes Bewußtsein?

Dass Bio-Lebensmittel nicht nur bei der Öko-Bohème in Berlin-Prenzlberg und in Freiburg-Vauban beliebt sind, sondern eben auch in Paris, London und New York weite Teile der einkaufenden Bevölkerung erreicht zeigen die unzähligen Bio-Proukte in den Supermarktregalen. Die Marktdurchdringung scheint sich dabei ganz offenbar konzentrisch von den urbanen Zentren an die Stadtränder zu bewegen und nicht – wie man annehmen könnte – umgekehrt.

Der aufgeklärte Großstadtmensch entdeckt mithin seine Vorliebe fürs Natürliche und bildet die frühe Mehrheit der Öko-Kunden. Der suburbane VW-Touran-Fahrer hingegen geht weiterhin – wenn auch seltener – auf der “grünen” Wiese auf Schnäppchenjagd.

So ist es kein Versehen, wenn McDonald’s das erste Bio-Restaurant im beton-grauen Umfeld von La Défense eröffnet sondern Ergebnis einer durchdachten Marketingstrategie. Sollte das Konzept dort erfolgreich sein, dürfen wir uns schon bald auf McBio in Frankfurt, Berlin und Hamburg freuen.

Doch nur Greenwashing also bei McDreck? Wünschen wir McDonald’s viele gesunde Kunden. Auf dass das Konzept, Gutes zu tun, aufgeht und viel gutes Karma zu weiteren Schritten motiviert.

4 COMMENTS

  1. Ralf Wachtmeister sagt:

    Grundsätzlich finde ich den Trend zu Bio-Produkten ja wünschenswert. Aber warum muss dann gleich alles anders werden? Ein Burger mit Vollkornbrot und Biofleisch hätte genügt und würde vom Kunden sicher als neues Produkt NEBEN dem Junkn akzeptiert. Diese Sonderlösung wird sicher nur eine unrentable Marketingblase. Nett aber unnötig. Wir wissen alle, daß McDonalds das besser könnte. Siehe Aldi: Da bekommt man Bio-Produkte neben den normalen mit einem angemessenen Aufschlag präsentiert. Und die verkaufen das rcihtig gut. Und können ein besseres Gewissen haben und somit besseres KARMA!

  2. Das ist anzunehmen. La Défense dient als Testmarkt ja genau dazu herauszufinden, welche Bio-Produkte in welcher Form angeboten werden. Sollte das erfolgreich sein, wird das sicher auch Auswirkungen auf die Produktion von Hamburger-Fleisch haben. Bio-Salat auf chemisch behandeltem Rinderhack passt dann nicht mehr.

  3. Marketerin sagt:

    Nun wäre die errechnete Margenkalkulation der Produktstrategen interessant. Ich unterstelle mal, dass sich McBio-Produkte in entsprechend gestyltem Ambiente deutlich teurer verkaufen lassen als das herkömmliche McIrgendwas.
    Dennoch würde ich mir etwas gesündere Autobahnfahrten sehr sehr wünschen um McBio ein grünes KARMA bescheinigen zu können.

    • Der Kern von Karma-Marketing ist eben auch, gute Geschäfte zu machen. Erst wenn soziale, ökologische UND ökonomische Ziele in Harmonie gebracht sind, kann das funktionieren. Hoffen wir also, dass die Kunden in Paris das Angebot annehmen, McDonald’s ausreichend Zuversicht in den Ausbau schöpft und wir bald an der Autobahn frischen Salat und Vollkornbrötchen genießen dürfen.

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