Einen sensationellen Tarif-Dschungel habe ich eben bei Sixt entdeckt. Animiert durch die Aufforderung “Sei nicht dumm, zieh am Sonntag um”, die in großen schwarz-orangen Lettern auf der Website prangt, wollte ich mal nachschauen, ob ich auch zu den schlauen Mietwagen-Mietern zähle und am Sonntag einen Schnäppchen-Umzug mache. Nach einer Stunde klicken, Datum checken, anderen Tarif wählen, noch mal wählen komme ich mir jetzt ziemlich dumm vor, weil ich wirklich nicht schnalle, wie das mit den Sixt-Tarifen funktioniert.
Vielleicht ist ja ein anderer schlauer – deshalb hier meine kleine Aufgabe zur Durchquerung des Sixt-Tarif-Dschungels.
Benötigt wird ein Transporter (VW Transporter oder kleiner Mercedes Sprinter) für einen Tag von Düsseldorf (Annahme) nach Freiburg (Abgabe) am oder um den 15. Februar.
Link zur Sixt-Standardangebot
Link zum Sixt-Sonderangebot
Link zum Sixt-Angebot beim ADAC
Wer das beste Angebot findet, darf beim Umzug helfen – es gibt lecker Alt und Tannenzäpfle. Dafür gibt es gutes Karma – Welches Karma Sixt hat wird es sich noch zeigen.
P.S. das teuerste Sixt-Angebot war das im Mitglieder-Bereich beim ADAC (!)
Jeder hat ja so seine Telekom Geschichte. Ich natürlich auch. Aber im Unterschied zu vielen, mit denen ich spreche habe ich nur (1&1 jetzt bitte kurz weghören) gute Telekom Geschichten. Ja. Das gibt es. Ich habe gute Erfahrungen mit meinem Telefon- und DSL-Anschluss und bei den diversen Umzügen und sonstigen Änderungen hatte ich wirklich nie Probleme. Und auch wenn die Telekom an der ein oder anderen Stelle etwas teurer ist als der Wettbewerb (Achtung! Customer Insight) verspüre ich keinerlei Wechselmotivation.
Ganz besonders hat es mir der Service in den Telekom Shops angetan. Statt von verstaubten Watt-willst-du-denn-Beamten wird man von sehr gut ausgebildeten, freundlichen Leuten empfangen, die bei Fragen helfen können und bei Sonderwünschen auch gute Ideen haben – also zumindest war das bei mir so. Gerade eben habe ich in Null-Komma-Nix einen neuen DSL-Router aufgestellt-angeschaltet-läuft-eingerichtet. Gute Telekom Geschichte eben. Dafür gibt es auch gutes Karma.
P.S. Und so bin ich ein zufriedener 1&1 Kunde UND ein zufriedener Telekom Kunde. Wie viele wird es davon wohl geben?
Ein guter Freund hat mir geraten, die Politik aus dem Karma Marketing Blog rauszulassen. Er hat sicher recht damit. Allerdings gibt es doch immer wieder mal etwas Bemerkenswertes, worauf ich dann auch hinweisen möchte. Egal ob es jetzt aus der Politik ist oder nicht.
Bemerkenswert war die Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters von Freiburg Dieter Salomon per se erst einmal nicht. Eine Neujahrsansprache halt. Bemerkenswert an der Rede war jedoch, dass Freiburg offensichtlich nicht mit derart katastrophalen krisen-bedingten Haushaltslöchern zu kämpfen hat, wie das bei anderen Städte offensichtlich der Fall ist. Laut Salaomon investiert Freiburg sogar kräftig in Infrastruktur-Projete wie Schulen, Bäder, Feuerwehr – das volle Programm halt.
Gespart habe man das Geld in den vergangenen, fetten Jahren, so dass man es jetzt auch wieder ausgeben kann. “Das ist doch wohl selbstverständlich”, mag der ein oder andere jetzt sagen. Klar ist es das, aber es gibt nicht viele, die diese Selbstverständlichkeit auch beherzigen.
Dass sich nachhaltige Planung vor allem auch in Kommunen auszahlt und dass sich der Verzicht auf kurzfristigen Aktionismus (auch wenn er vielleicht ein paar Arbeitsplätze mehr bringt) eben nicht auszahlt, zeigt die Arbeitslosenquote von nur 6,1 % in der Stadt! Das ist gutes Karma.
Man höre und staune. Nachdem Lidl in den letzten Jahren aus den miesen Schlagzeilen kaum noch raus kam, bringt der Discounter aus Neckarsulm neuerdings einen Karma-Kracher nach dem anderen.
Da war zunächst die groß angelegte Image-Rettungs-Aktion als Reaktion auf den Bespitzelungsskandal mit einer in der Tat bemerkenswert ehrlichen Krisenkommunikation. Dann die zuckersüße Kamapgne “Lidl lohnt sich”, in die man sich für 99 Cent so richtig verlieben kann.
Und jetzt das Neuste: Lidl verkauft nur noch regional produzierte, gentechnikfreie Milchprodukte. Toll. Man bekommt fast den Eindruck, dass Lidl etwas verstanden hat, von Karma Marketing. Gut für die Kunden, gut für’s Image, gut für’s Karma.
Würden sich da nicht einige Fragen einschleichen. Wird Lidl denn den Milchbauern für die gentechnikfreien Milchrpdukte auch einen fairen Preis bezahlen? Wird die Vermarktung über die Eigenmarke nicht nur dazu verwendet, die starke Marktposition gegenüber den Erzeugern noch weiter auszubauen, um die Preise noch weiter zu drücken? Ist die ganze Aktion ein großer Schmuh?
Zunächst also schlechtes Karma für Lidl.
Links:
Greenpeace Artikel zur Meldung
Der süße Lidl Spot
Milchbauern protestieren gegen Lidl
Schon mal vorab. Ich führe meine Domains und E-Mails bei 1&1. Ich bin ein zufriedener Kunde.
Und das trotz und nicht wegen der groß angelegten Charme-Offensive, der wir uns TV-seitig schon fast nicht mehr entziehen können. Marcell d’Avis, 1&1-Mann der ersten Stunde, ist das neue Gesicht im Customer Service Center. Mit westerwäldischem Zungenschlag und ganz leger ohne Krawatte steht er grade für die kleinen und großen Probleme, die der (noch) zufriedene Kunde mit dem Internet-Konzern so hat.
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Eigentlich eine super Idee. 1&1, der Billighuber unter den Providern, nicht gerade für den besten Kundenservice bekannt, positioniert sich kundenorientiert, mit netten, kompetenten Mitarbeitern, die gerne an der Front für ihren Kunden da sind.
Aber. Was ist, wenn 1&1 außer einem neuen Leiter der Abteilung Kundenzufriedenheit überhaupt nichts verändert hat? Wenn der Kundenservice unter dem gleichen Kostendruck steht, wie vor der Kampagne? Was ist, wenn jetzt tausende von nicht mehr ganz so zufriedenen Kunden bei Herr d’Avis und seinem Team anrufen und es passiert: nix? Das Produkt stellt nicht 100% zufrieden und auch nach 3 Anrufen läuft der DSL-Anschluss immer noch nicht. Was dann, 1&1?
Dann behält Herr. d’Avis hoffentlich seinen Job, den er bestimmt sehr gut macht. 1&1 aber verliert ganz sicher an Glaubwürdigkeit bei den dann wirklich unzufriedenen Kunden. Es gibt nämlich eine Sache, die Kunden überhaupt nicht leiden können, das ist für dumm verkauft zu werden.
Uns würde die Call-Statistik in der Abteilung für Kundenzufriedenheit der nächsten Wochen wirklich brennend interessieren und die Churn Rate bei 1&1 ebenfalls. Positive Werte würden mich als zufriedenen Kunden sehr freuen. Vielleicht ist das ja direkt der Aufhänger für die nächste Kampagne aus Montabaur.
Falls die Nummer aber nach hinten losgeht, sollten Sie, 1&1, vielleicht lieber erst Gutes tun, und dann drüber reden.
Zunächst also schlechtes Karma also für 1&1